17.09.2014 00:00

Der 171. Unternehmertreff des Netzwerk ZENIT e.V. stand am 17. September 2014 unter dem Motto: Innovationen für ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell.

Staatssekretär Jochen Flasbarth spricht über Perspektiven der grünen Wirtschaft in Deutschland


Sind Ökonomie und Ökologie miteinander vereinbar?

Eine Frage, die Jochen Flasbarth seit langer Zeit beschäftigt und die er vehement bejaht. Der Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit referierte am vergangenen Mittwoch über bereits erreichte Ziele des Umweltschutzes und Zukunftsaussichten der „grünen Wirtschaft“ in Deutschland.

Der in Duisburg-Rheinhausen aufgewachsene Flasbarth könne sich als Kind des Ruhrgebiets noch sehr genau an Tage erinnern, als die Luftverschmutzung noch so hoch war, dass ein Trocknen der Wäsche im Freien unmöglich war. Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an, und selbst die optimistischsten Ziele der Umweltpolitik vergangener Jahre seien übertroffen worden, so Flasbarth rückblickend. Neben dem anfangs sehr durch Verordnungen, Vorschriften und Gesetze geprägten Umweltschutz seien es später jedoch vor allem produktionsintegrierte Maßnahmen und Innovationen gewesen, die den Umweltschutz vorangetrieben und zu einer Versöhnung von Industrie und Ökologie geführt hätten. Heutzutage seien Lebenszyklusbetrachtungen extrem wichtig, also eine ganzheitliche Sicht auf Produktion, Nutzung und Entsorgung von Produkten.

Grüne Leitmärkte seien für den Erfolg deutscher Unternehmen im Ausland äußerst relevant. So werde das Weltmarktvolumen für grüne Technologien im Jahr 2025 auf rund 4,4 Billionen Euro geschätzt, Deutschland habe am heutigen Weltmarkt einen Anteil von 15 Prozent. Entscheidend sei aber, dass Deutschland seine Rolle als technologischer Vorreiter behalte. Sobald jedoch das Lohnniveau der entscheidende Faktor werde, sei Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig, was der Photovoltaik-Bereich und die Konkurrenz zu China schmerzvoll bewiesen hätten.

Nicht aus den Augen verlieren dürfe man neben Hochtechnologiebereichen wie z.B. den Smart Grids herkömmliche Umwelttechnologien im Bereich Abwasser, Abfall und industrieller Prozesse, die für viele aufstrebende Entwicklungs- und Schwellenländer nach wie vor an erster Stelle stünden. Abschließend nahm Staatssekretär Flasbarth zu den Emissionszielen der Bundesregierung, die eine Reduktion des Kohlendioxyd-Ausstoßes von 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 vorsehen, Stellung.

Dies sei möglich, aber nur durch vermehrte Anstrengungen. Der ebenfalls in den Bereich des Ministeriums fallende Aspekt Wohnungsbau und Energetisches Sanieren spielten hierbei eine überaus wichtige Rolle und böten Räume für unternehmerisches Handeln.