17.03.2014 00:00

168. Unternehmertreff mit Michael Groschek Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW

"Infrastruktur - Stand und Ausblick"


„Bildung und Beton” - NRW-Verkehrsminister resümiert über Infrastrukturmängel

Michael Groschek beim 168. Unternehmertreff am 17. März. Wohl aber einer von vielen Bausteinen, die zum zunehmenden Verfall der Infrastruktur beigetragen haben. Als einer der  Ursachen für den ansteigenden Verfall kann unter anderem der explosivartig gestiegene Güterverkehr angesehen werden. Dieser verlege sich unverhältnismäßig stark auf Autobahnen und Straßen und der mautbedingte Ausweichverkehr dränge zusätzlich auf die Bundesstraßen. Beides führe zu einer zusätzlichen Belastung der Infrastruktur.  Dabei ließe sich die gestiegene Belastung kaum auf Schiene oder Seestraße verteilen, da auch dort eklatante Mangelerscheinungen vorherrschten. Erschwerend hinzu kämen unzureichende Finanzmittel, eine Bevorzugung der neuen Bundesländer, fehlende Fachleute für die Planung komplexer Bauvorhaben, technische Schwierigkeiten, aber auch mangelnde Akzeptanz bei der Bevölkerung, die sich wegen individueller Betroffenheit häufig gegen Großvorhaben wehre.

Sehr viel Hoffnung auf baldige Besserung konnte der Minister den Gästen nicht machen, zu groß sei die Mängelliste, die momentan vom Thema „Brücken" dominiert werde. Allein um das „Vorhandene auf 100 Prozent zu bringen“, sei eine Sanierung von 4,5 Milliarden Euro erforderlich. Dies jedoch sei ein Großteil des gesamten Budgets von 7,2 Milliarden Euro, das der Bund in den kommenden vier Jahren für die Infrastruktur zur Verfügung stelle. Einen kleinen Lichtblick sah er dagegen beim Thema Rhein-Ruhr-Express. „Wenn er eines Tages gut funktioniert, könnten die Straßen täglich von 31.000 Pkw entlastet werden."

Zur Debatte um eine mögliche PKW-Maut äußerte sich der Minister skeptisch. Die Einnahmen durch eine solche Gebühr würden sich mit dem zu betreibenden Aufwand letztendlich nicht rechnen. Der durch den LKW-Verkehr verursachte Verschleiß sei um ein vielfaches höher, als der des PKW-Verkehrs. Insofern sei es sinnvoller, den LKW-Verkehr durch höhere Mautgebühren mehr zu belasten, als Unmut in der Bevölkerung zu schaffen.