13.09.2012 10:00

157. Unternehmertreff: Ulrich Grillo „Rohstoffe und Energie als Wettbewerbsfaktoren für den Mittelstand“

Grillo Werke AG


„In Zeiten der Energiewende agiert der deutsche Mittelstand in einem Spannungsfeld zwischen Risiken und Chancen“, so Ulrich Grillo, Chef der traditionsreichen Duisburger Grillo-Werke. Anlässlich des 157. Unternehmertreffs in den Räumlichkeiten der ZENIT GmbH am 13.9.2012 referierte der designierte BDI-Präsident über die aktuelle Energiepolitik in Deutschland sowie die Situation an den internationalen Rohstoffmärkten und ihren entscheidenden Einfluss auf die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland.

Da die meisten Mittelständler einer wachsenden internationalen Konkurrenz ausgesetzt seien, bedeuteten nationale Alleingänge in der Energiepolitik Gefahren für die heimische Industrie. Diese erhöhten die Energiepreise künstlich und verzerrten somit den internationalen Wettbewerb, so Grillo, dereiner Industrie-Dynastie des Ruhgebiets entstammt. Als Beispiel eines solchen nationalen Alleingangs führte er das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Deutschland an, welches zu einer unkontrollierten Subventionierung z.B. der Photovoltaik und zu extremen Strompreissteigerungen geführt habe. Die Abwesenheit einer für alle Marktteilnehmer verpflichtenden globalen Strategie in der Klimapolitik sei ein gravierender Wettbewerbsnachteil heimischer Unternehmen, da es kein „level playing field“, also keine gleichen Rahmenbedingungen im internationalen Umfeld gäbe. Gleichzeitig seien der Ausstieg aus der Kernenergie und die damit einhergehende Energiewende aber auch eine große Chance für den deutschen Mittelstand, da sie große Investitionen, z.B. in die Energienetze, freisetzten.

Generell sprach sich Ulrich Grillo für eine faktenbasierte öffentliche Diskussion über die Energiewende aus, die nicht emotional und irrational geführt werden solle. Auch in Wahlkampfzeiten sei eine möglichst unaufgeregte Diskussion nötig. Die grundsätzlich zu begrüßende Energiewende funktioniere nur mit und nicht gegen die Industrie. Energie müsse in Zukunft sauber, sicher und bezahlbar sein. Auch die Kommunikation mit der Zivilgesellschaft sei unverzichtbar, um einen gesellschaftlichen Konsens zu erreichen.


Nachteile für die heimische Industrie entstünden ebenfalls durch Handelshemmnisse im Rohstoffbereich. Neben einer Diversifikation der Rohstoff-Gewinnung seitens der Industrie sei es daher Aufgabe der Politik, durch Außen- und Handelspolitik für faire Rahmenbedingungen im internationalen Rohstoffhandel zu sorgen und somit Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie zu gewährleisten.

Quelle des Fotos: Grillo-Werke AG