16.05.2013 00:00

162. Unternehmertreff: Stefan Dürr „180.000 Hektar Russland - eine unternehmerische Herausforderung“

Ekosem-Agrar GmbH


 

Wer mit der russischen Wirtschaft vor allem eine ausufernde Korruption verbinde, zeichne ein Zerrbild, sei ein von den Medien verbreitetes Klischee und decke nur einen Teil der Wirklichkeit ab, so der Referent des 162. Unternehmertreffs, Stefan Dürr. Der Self-Made-Man und Kenner der russischen Wirtschaft wagte 1989 als Agrarpionier den Schritt auf den dortigen Markt. Seit 1993 betreibt er mit seiner Firma Ekoniva äußerst erfolgreich Landwirtschaft sowie Landmaschinenhandel. Mit einer Produktion von täglich 350 Tonnen Milch auf einer Fläche von 180.000 Hektar ist sein Unternehmen auf mehrere Standorte verteilt mittlerweile größter Milcherzeuger Europas. Anschaulich und anekdotenreich beschrieb Dürr die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen Unternehmer auf dem russischen Markt agieren.

Zwar gehörten auch negative Dinge wie Korruption dabei zum Gesamtbild der russischen Wirtschaft. Viel bedeutender sei jedoch, dass das Land durch die Einführung modernster Technologien in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten einen „Quantensprung“ vollzogen habe, der den meisten Menschen in Westeuropa nicht bewusst sei. Innovative Technologien seien aber auch Voraussetzung, um die besonderen Herausforderungen, zu denen die riesigen Ausmaße der zu bewirtschaftenden Flächen gehörten, meistern zu können. „Die meisten großen Agrarbetriebe in Russland sind durch Digitalisierung, GPS-Systeme sowie modernste Bewässerungs- und Speichertechnologie fortschrittlicher aufgestellt als deutsche Landwirtschaftsbetriebe“, so der FachmannDürr. „Bei Entfernungen von über 100 km innerhalb eines Betriebs, Flächen von bis zu 500.000 Hektar sowie teilweise extremen Witterungsbedingungen ist dies allerdings auch notwendig. Die Rahmenbedingungen erfordern ein äußerst effizientes Management sowie effektive Prozesssteuerung.“

Der Unternehmer mit Wurzeln in Bayern sieht das Bewusstsein für ökologische Landwirtschaft auch in Russland auf dem Vormarsch. Dem Anspruch des ökologischen Wirtschaftens werde sein eigener Betrieb schon heute gerecht.

Für seine Brückenbauerfunktion zwischen den Staaten sowie sein ökologisches und soziales Engagements wurde Stefan Dürr um Herbst 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.