19.09.2013 00:00

164. Unternehmertreff: Jörgen von Bodenhausen „Innovations- und Technologiemanagement in Großunternehmen - Gefahr oder Chance für den Mittelstand?“

Johnson Controls GmbH


 

Großunternehmen bietet sich durch ihr professionelles Technologiemanagement die Möglichkeit, innovative Ideen des deutschen Mittelstandes abzugreifen und zur Marktreife zu bringen. Ob dies eher Fluch oder Segen für diesen ist, erörterte Innovationsmanager Jörgen von Bodenhausen vom Unternehmen Johnson Controls anlässlich des 164. Unternehmertreffs am 19. September bei ZENIT. Der global Player, ein Mischkonzern mit den Kernkompetenzen Gebäudetechnik, Batterietechnik sowie Automobil-Innenräume, operiert vorrangig in Nordamerika, Europa und Asien.

Generell werde das Thema Innovationsmanagement in kleinen und mittleren Unternehmen unterschätzt, so der Gastreferent. Innovative Technologien bräuchten in der Regel drei bis zehn Jahre Vorlaufzeit, bevor sie am Markt seien. Großkonzerne fingen deshalb sehr früh mit einer professionellen Marktbeobachtung als Teil eines Technologiemanagements an. Automobilzulieferer z.B. müssten Trends wie das Car-Sharing oder E-Mobilität frühzeitig in ihre Zukunftsszenarien integrieren, um nicht von Marktveränderungen überrascht zu werden. Somit werden neueste Trends früh erkannt und das erlangte Wissen den eigenen Abteilungen der Großkonzerne schnell zur Verfügung gestellt, um sich Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen. Zu solch einem professionellen Technologiemanagement gehörten die frühe Identifikation von Technologiebedarfen und das Finden von Technologie-Lieferanten. Zentral seien beim Aufspüren von neusten Trends der Branche auch das Arbeiten in Netzwerken und das Aufspüren „grauer Information“, das heißt von Information, die noch nicht veröffentlicht ist und nur durch persönliche Kontakte in Netzwerken transportiert werde. Von Bodenhausen ging auch auf den Begriff der Open Innovation ein. Durch eine Öffnung des Innovationsprozesses für Einflüsse der Außenwelt vergrößere sich das Innovationspotenzials eines Unternehmens. Dies könne zu unerwarteten Innovationen und der Erschließung von ebensolchen Märkten führen. Als äußerst wichtig stellte der Gast die Rolle von „Technology-Brokern“ heraus, die aktiv den Technologietransfer unterstützten. Lobende Worte fand er in diesem Kontext auch für das Enterprise Europe Network, indem ZENIT grenzüberschreitend tätig ist. Zur Ausgangsfrage hielt der Referent fest: Das Innovations- und Technologiemanagement in Großunternehmen ist für den Mittelstand zugleich Gefahr und Chance. Es sei eine Gefahr, wenn kleine und mittlere Unternehmen im Wettbewerb den Anschluss verlören, weil sie ihr Technologiemanagement vernachlässigen. Aber eine Chance, wenn sie sich aktiv in die oben beschriebenen Innovationsprozesse, z.B. den der Open Innovation, einbringen.