Lenord & Bauer gewinnt Innovationspreis 2005

Der Oberhausener Automatisierungsspezialist Lenord, Bauer & Co. GmbH ist Sieger des zum dritten Mal vom Trägerverein ZENIT e.V. ausgeschriebenen Innovationswettbewerbs. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde am Montag, dem 28. November 2005 durch den nordrhein-westfälischen Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart und den Vorsitzenden des Trägervereins ZENIT e.V., Dr. Otmar Schuster, verliehen.

Der Minister sagte: "Eine Forschungsleistung ist noch keine Innovation, dies wird sie erst durch eine Unternehmerleistung. Deswegen ging es beim Wettbewerb um den Innovationspreis nicht nur um technische Neuheiten, sondern um das unternehmerische Gesamtkonzept." Minister Pinkwart betonte: "Innovative Unternehmen wachsen schneller, exportieren stärker und schaffen mehr Arbeitsplätze als andere Unternehmen."
Ziel der Ausschreibung war es, das Innovationspotenzial des Landes aufzuzeigen und einen symbolischen Beitrag zur Stärkung innovativer Firmenentwicklung zu leisten. Anders als in den vergangenen Jahren war nicht ausschließlich die Entwicklung einer innovativen Technologie abgefragt worden. Vielmehr wurde ein Unternehmen gesucht, das auf der Basis unternehmensrelevanter Innovationen innerhalb der letzten Jahre am Standort NRW wachsen und Arbeitsplätze schaffen sowie ein innovationsfreundliches Klima innerhalb des Unternehmens nachweisen konnte. Eingegangen waren bei der Jury 44 Bewerbungen.
Wegen der hohen Dichte qualitativ hervorragender Anträge, entschied diese, neben dem Sieger sechs weitere Unternehmen auszuzeichnen.

Das 1965 gegründete Siegerunternehmen Lenord + Bauer ist ein prototypischer Vertreter des innovativen Mittelstandes. Als etabliertes, weltweit agierendes Unternehmen der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik mit dem Schwerpunkt Bewegungsautomatisierung beschäftigt es 135 Mitarbeiter mit Entwicklung, Produktion und weltweitem Vertrieb technisch anspruchsvoller Produkte. Neben der hohen technischen Leistungsfähigkeit überzeugte die Jury aber auch das interne Innovationsklima, das enge Netzwerk zu externen Forschungseinrichtungen sowie das fortschrittliche, flexible Entlohnungs- und Arbeitszeitmodell. In der Laudatio des Juryvorsitzenden Dr. Hjalmar Kuntz wurden darüber hinaus die Nachwuchsrekrutierung sowie die Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung betont. Mit Flexibilität, Kreativität, Kundennähe, hoher Fertigungstiefe und einem dichten, weltweit agierenden Netz von Vertriebspartnern sei es dem Unternehmen trotz konjunktureller Schwierigkeiten gelungen, den Umsatz innerhalb der letzten zehn Jahren um rund 80 Prozent zu steigern und die Mitarbeiterzahl um fast 50 Prozent zu erhöhen, so Kuntz.


amaxa GmbH, Köln
Das 130 Mitarbeiter starke Kölner Biotechnologie-Unternehmen hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1998 eine hohe Reputation in den Forschungslabors der Welt erworben. Basierend auf einer neuartigen Apparate- und Verfahrenstechnik entwickelte es eine Technologie, mit der man die DNA isolierter Gene in Zellen einbringen kann. Dieser DNA-Transfer in Zellen ist eine wichtige Methode, um die Funktion von Genen und somit auch die Grundlage von Erkrankungen zu untersuchen. Besonders relevant sind solche Studien mit frisch isolierten Körperzellen, so genannten Primärzellen. Mit der amaxa-Technologie gelingt nun erstmals mit hoher Effizienz auch der bisher schwierige DNA-Transfer in Primärzellen, wodurch sich für Forscher völlig neue Möglichkeiten eröffnen bei ihrer Suche nach besseren Therapien und Medikamenten.

Ardex GmbH, Witten
Der 1949 gegründete Wittener Spezialist für Baustoffe und Bauchemie Ardex konnte im Rahmen eines systematischen Innovationsprozesses seine Palette bauchemischer Produkte und Verfahren kontinuierlich ausbauen. Mit der Entwicklung des Architektursystems Ardex Pandomo Boden und Pandomo Wand wurde Architekten und Bauherren ein Höchstmaß an gestalterischem Freiraum, Farbenvielfalt und Oberflächenstrukturen in Gebäudeinnenräumen ermöglicht. Auf Basis eigener Forschungstätigkeit gelang es, einen umweltfreundlichen, schnell trocknenden Parkettkleber zu entwickeln, bei dem der Trocknungsprozess nicht durch Verdunstung, sondern eine vollständige kristalline Wasserbindung erfolgt. Das Unternehmen beschäftigt heute insgesamt 1.702 Mitarbeiter, 335 davon in Deutschland, und setzt moderne Management-Tools zur Dynamisierung von Innovationsprozessen ein.

AS Antriebstechnik & Service GmbH, Reken
Die AS Antriebstechnik & Service GmbH aus dem münsterländischen Reken erarbeitet kontinuierlich neue Produkte und Dienstleistungen in der Antriebstechnik. Mit 47 Mitarbeitern, darunter sieben Auszubildende, setzt das Unternehmen Industriegetriebe aus nahezu allen Branchen instand, entwickelt Industriegetriebe und Antriebskonzepte unter anderem für die Papier- und Energiebranche, baut bestehende Systeme auf die Bedürfnisse der Kunden um und bietet zudem ein umfangreiches Dienstleistungsangebot. Zu den höchst innovativen Produkten zählen das FlexoGear-System "Plus", eine Antriebslösung für Trockenzylinder in Papiermaschinen, und "Lubriflex", eine bereits mehrfach ausgezeichnete Öl-Umlauf-Schmieranlage für Getriebe und Lagerschmierung. Das 1990 gegründete Handwerksunternehmen ist Schrittmacher in Sachen Innovationen, hat attraktive, international wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen geschaffen und zeichnet sich durch besondere Kreativität und Innovationsdynamik aus. Beleg dafür sind die beispielhafte Unternehmensentwicklung und der Aufbau neuer Arbeitsplätze.

eltherm Elektrowärmetechnik GmbH, Burbach
Das 1991 gegründete Unternehmen eltherm beschäftigt 52 Mitarbeiter und gehört zu den innovativsten und flexibelsten Spezialisten für elektrische Begleitheizsysteme. Eingesetzt werden Heizkabel, -bänder, -schläuche oder -manschetten für die Anwendung in der Gebäude- und Haustechnik, aber auch der Industrie. Und auch der Dienstleistungssektor wird im Unternehmen groß geschrieben. Kunden aus der Chemiebranche, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Umwelt- und Abwassertechnik oder dem Container- und Behälterbau wissen zu schätzen, dass die Burbacher nahezu alle Fragen rund um Frostschutz, das Halten von Temperatur, der Zuführung von Wärme oder dem Transport unterschiedlicher Produkte unter bestimmten Temperaturbedingungen beantworten können und praxisgerechte Lösungen bieten. Das Anwendungsspektrum reicht von mobilen Krankenhäusern und Versorgungseinrichtungen der Bundeswehr, über Heizeinrichtungen für Funkantennen bis hin zu Beheizungssystemen in nuklearen Kraftwerken.

OCS Optical Control Systems GmbH, Witten
Das Wittener Unternehmen wurde 1990 von drei ehemaligen Studenten der FH und Universität Bochum gegründet, die ihre Forschungsergebnisse aus den Bereichen optische Technologien und elektronische Bildverarbeitung in ein Produkt umsetzen wollten. Sie entwickelten ein Verfahren zur Qualitätskontrolle bei der Herstellung von Polymeren in der Petrochemie sowie bei Verarbeitern z.B. Folienherstellern. Die Messtechnik ist besonders effizient durch das interdisziplinäre Gerätekonzept. Das Unternehmen mit heute 45 Mitarbeitern besitzt ein Alleinstellungsmerkmal im Weltmarkt; seine Messmethode wurde zum Standard bei der Qualitätskontrolle in der Kunststoffindustrie.

ThyssenKrupp Tailored Blanks GmbH, Duisburg
Die innovativen Produkte der 1996 aus dem ThyssenKrupp Konzern entstandenen Gesellschaft sind durch Laserschweißen hergestellte Tafeln aus Feinblechen unterschiedlicher Güte und Dicke, die in idealer Weise die Anforderungen an Festigkeit, Verformbarkeit, Temperaturverhalten und Leichtbau in der Automobilindustrie erfüllen. Zu Bauteilen umgeformt werden sie dort auf breiter Front eingesetzt. Heute bestehen bis zu 25 Prozent der Rohkarosserie eines Pkw aus Tailored Blanks. Das Unternehmen mit heute 480 Mitarbeitern ist gleichzeitig Pionier und Marktführer in dieser Technologie und ist dank der hohen Akzeptanz der Tailored Blanks rasant gewachsen. Von der Jury hervorgehoben wurde auch das Tochterunternehmen ThyssenKrupp Davex und dessen Entwicklung zur Herstellung von Trägersystemen wie T- oder Doppel-T-Träger mit einer neuartigen Fügetechnik. Bei diesen Trägern können unterschiedliche Steg- und Gurtmaterialien kombiniert werden, was zu neuen Möglichkeiten der architektonischen Gestaltungen und der Gewichtsoptimierung, beispielsweise im Fassadenbau führt.