Innovationspreis des Trägervereins ZENIT e.V. verliehen
Forschungsministerin Kraft ehrt fünf Unternehmen aus NRW

Die Entscheidung über den zum zweiten Mal verliehenen Innovationspreis des Mülheimer Trägervereins ZENIT e.V. ist gefallen. Die sechsköpfige Jury wählte aus 63 Einsendungen fünf Projekte aus, denen sie einen herausragenden Innovationsgrad bescheinigte. Den ersten Preis und damit das Preisgeld von 10.000 Euro erhielt die Teutoburger Ölmühle aus dem münsterländischen Ibbenbüren. Anerkennungen entgegennehmen konnten darüber hinaus die Elliptec Resonant Actuator AG aus Dortmund, die MK Technology GmbH aus Bonn, die glas platz GmbH aus Wiehl-Bomig und die Powitec Intelligent Technolgies GmbH aus Essen.

Gewinner und Prämierte wurden am 18. November 2002 im Rahmen des 83. Unternehmertreffs des Trägervereins durch die nordrhein-westfälische Ministerin für Wissenschaft und Forschung, Hannelore Kraft, in Mülheim an der Ruhr geehrt.
Ziel der Ausschreibung, so der Vorsitzende des Trägervereins Dr. Otmar Schuster, sei gewesen, einen aktiven Beitrag zur Stimulierung der Innovationstätigkeit in NRW zu leisten und das innovative Verhalten von Unternehmen zu honorieren. Gesucht worden war nach einer besonders innovativen Geschäftsidee auf der Basis eines neuen technischen Produktes, einer neu-en Produktionstechnik oder einer neuartigen technischen Dienstleistung. Der aus über 250 nordrhein-westfälischen Unternehmen zusammengesetzte Verein ist neben dem Land NRW und einem Konsortium aus privaten und öffentlichen Banken einer von drei Gesellschaftern der Mülheimer ZENIT GmbH, einer auf den Mittelstand spezialisierten Unternehmensberatung.


Gewinner Teutoburger Ölmühle
Gewinner des Innovationspreises 2002 ist die im münsterländischen Ibbenbüren ansässige Teutoburger Ölmühle, die hochwertigste kaltgepresste Raps-Kernöle in einem weltweit einzigartigen Verfahren produziert. Da die vor der Pressung abgetrennten Schalen als regenerativer Energieträger genutzt werden, kann auf den Einsatz fossiler Brennstoffe verzichtet und sogar Strom in das örtliche Netz eingespeist werden. Der Clou der energieautarken Ölmühle ist das pflanzenöltaugliche Blockheizkraftwerk, das durch die Nutzung des minderwertigen Öls aus den Schalen betrieben wird, und die gesamte thermische und elektrische Energie für Produktion, Abfüllung und Verwaltungsräume liefert.
Das Öl überzeugte jedoch nicht nur durch seine innovative Herstellung. Auch seine Qualität beeindruckte die Jury. Denn dank seiner natürlichen Reinheit kann auf die sonst üblichen Raffinationsverfahren unter Einsatz von Energie und Chemie völlig verzichtet werden. Der überwiegend in der Region angebaute Raps aus kontrolliert zertifiziertem bzw. kontrolliert biologischem Vertragsanbau wird zu einem milden Öl verarbeitet, das nicht nur durch seinen fein-nussigen Geschmack, sondern auch seine ideale Fettsäurenzusammensetzung besticht. Ausgezeichnet wurde es bislang u.a. von der Centralen Marketing Gesellschaft, CMA. Auch die Stiftung Warentest bewertete kürzlich ein Produkt der Ibbenbürener mit dem Prädikat "sehr gut".

Elliptec Resonant Actuator
Als höchst innovativ bewertete die Jury auch die Entwicklung eines präzisen, lautlosen, kleinen und preiswerten Mini-Elektromotors der im Januar 2001 gegründeten Dortmunder Elliptec Resonant Actuator AG. Das innovative Antriebskonzept auf Basis eines Piezoelementes ermöglicht zum Beispiel die Bewegung der Linse eines Fotoapparates, einer Lüftungsklappe im Auto oder einer CD-ROM-Schublade. Dank der einfachen Konstruktion kann der rund 2 cm große Motor so günstig wie herkömmliche elektromagnetische Gleichstrommotoren angeboten werden, weist dabei aber Leistungsmerkmale auf, die in der Regel nur von 100 Mal teureren Motoren geboten wer-den. Mit dem Kunden Märklin konnten die Dortmunder bereits einen ersten attraktiven Kunden gewinnen.

glas platz
Wo transparentes Glas und reines, helles Licht eine dauerhafte Verbindung eingehen, können traumhafte Ergebnisse entstehen. Vor allem, wenn keine störenden Kabel zu sehen sind. Nur so wirkt ein Sternenhimmel auch wirklich romantisch, eine mit Leuchten übersäte Sitzbank wie ein Kunstobjekt, ein mit Lichtern übersäter Raumteiler ästhetisch vollkommen. Technik und Optik waren für die Jury Grund genug, auch das Unternehmen glas platz aus Wiehl-Bomig auszuzeichnen. Mit der Entwicklung des so genannten power glass® ist es erstmalig gelungen, Chip LED's mit beidseitig abstrahlender Beleuchtung auf völlig durchsichtigen Leiterbahnstrukturen im Verbundglas zu integrieren und kabellos mit elektrischer Energie zu versorgen.

MK Technology
Die Jury überzeugen konnte auch die MK Technology GmbH aus Bonn, die die klassische Technik des Kunststoffeingusses unter Vakuum zur Herstellung von Prototypen weiter entwickelte. Dank dem dabei entstandenen Differenzdruckverfahren ist es nun möglich, auch anspruchsvollere Materialien zu verarbeiten sowie wesentlich filigranere, komplexere und auch sehr lange, dünne Formen perfekt zu füllen.

Powitec
Komplexe Produktionsabläufe optimal zu regeln ist Ziel der Anfang letzten Jahres gegründeten Powitec GmbH aus Essen. Rund 20 Softwareentwickler und Verfahrensingenieure haben als Zielkunden vorrangig Betreiber von Kraftwerken, Müllverbrennungsanlagen und Zementwerken im Auge, deren Vorgaben vor allem Betriebskosteneinsparungen, Produktivitätssteigerung und Schadstoffreduzierung sind. Kern der Optimierungsstrategie sind Informationen. So werden die innerhalb der Prozesse gewonnenen Daten und Ergebnisse kontinuierlich genutzt, um den Prozess in einem sich stetig anpassenden Modell zu simulieren. Möglich wird damit sowohl die Vorhersage von Prozessergebnissen als auch die Bestimmung optimaler Grundlagen.
Im Mittelpunkt steht dabei der Einsatz künstlicher Neuronaler Netze. Darunter vorstellen muss man sich eine Nachbildung biologischer Netze, wie sie auch im Gehirn entstehen sowie eine durch mathematische Korrelation lernfähige Software. Eine weitere Kernkompetenz des Unternehmens ist die Digitale Bildverarbeitung (Mustererkennung) insbesondere in thermischen Prozessen. Powitec bietet damit einen "sehenden Autopiloten" und verleiht technischen Regelungseinrichtungen "Augen und Hirn".