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16.05.2018 08:43

Geschichte der Mannesmannröhren-Werke. Prof. Wessel beim Unternehmertreff


14 Kilometer Akten, 3 Millionen Fotos und 10.000 Filme – begeistert und voller kleiner Geschichten rund um das Unternehmen präsentierte der Wirtschaftshistoriker Prof. Dr. Horst A. Wessel beim 187. Unternehmertreff des Netzwerk ZENIT e.V. am 15. Mai Fakten über ein Unternehmensarchiv, das weltweit seinesgleichen sucht. Bis 2008 trug der Mannesmann-Archivar 25 Jahre lang zusammen, was in der bewegten Firmengeschichte seit der Gründung in Remscheid passierte. Aufbauen konnte er dabei auf die Arbeit von zwei Vorgängern.

Der Siegeszug begann mit den Brüdern Reinhard und Max Mannesmann, die 1885 das erste Verfahren zur Herstellung nahtloser Stahlrohre durch Walzen erfanden und patentieren ließen. Wichtig waren diese, um den gestiegenen Anforderungen der zentralen Versorger für Gas und Wasser, aber auch dem Maschinen- und Anlagenbau gerecht zu werden. Um Herr über die Qualität des Materials zu sein, entwickelte sich die Mannesmannröhren-Werke AG in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts vom Stahlverarbeiter zum ruhrtypischen Montankonzern. Bis zu 140.000 Menschen arbeiteten zur Jahrhundertwende für den Düsseldorfer Konzern. Dessen 1912 erbaute Firmenzentrale wurde zu dieser Zeit um ein Hochhaus erweitert, das heute Sitz des nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministeriums ist.

Es folgten Zukäufe, die Arbeitsteilung mit Thyssen, Investitionen in neue Geschäftsfelder, die Entwicklung  zum breit aufgestellten Technologiekonzern, der Aufbau und Betrieb des ersten privaten Mobilfunknetzes D2, die bis dahin weltweit teuerste feindliche Übernahme durch Vodafone im Jahr 2000 und die Auflösung des Konzerns.

Im Juni 1977 wurde das Großrohrwerk der ehemaligen Mannesmannröhre-Werke in Mülheim an der Ruhr in Betrieb genommen. Die Marke „Mannesmann“ und die älteste Wurzel des Mannesmann-Konzerns, die Röhrenproduktion der Mannesmannröhren-Werke, gehören heute zur Salzgitter AG und Vallourec Deutschland GmbH.