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28.11.2016 09:42

Vom Ziel der Nachhaltigkeit. Rückblick Unternehmertreff mit Prof. Reinhard Loske


"Welchen politischen Rahmen braucht eine nachhaltige Entwicklung: Mehr Staat, mehr Markt oder mehr zivilgesellschaftliche Selbstorganisation?“ Prof. Reinhard Loske, ehemaliger Grüner Bundestagsabgeordnete, Umweltsenator in Bremen, Mitarbeiter am Wuppertal Institut und heute Professor an der Universität Witten/Herdecke, beantwortete seinen Vortragstitel beim 181. Unternehmertreff des Netzwerks ZENIT e.V., gleich selbst: „Es braucht alles. Die Notwendigkeit, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft in Richtung Nachhaltigkeit weiter zu entwickeln, wird immer größer. Klimawandel, Biodiversität, Energiewende, Ressourcenschutz, aber auch die globale Gerechtigkeit, das alles sind Themen, die zunehmend ins Zentrum der politischen Debatte rücken. Dabei spielen Fragen der Technologieentwicklung und des wirtschaftlichen Strukturwandels eine ebenso große Rolle wie der Kulturwandel und die Entwicklung nachhaltiger Lebensstile.“

Die von der frühen Ökobewegung ausgemalten Horrorszenarien zur Zukunft des Planeten sowie Kernreaktorkatastrophen wie Tschernobyl oder Fukushima seien Grundlage für einen grundlegenden Sinneswandel gewesen. Was vor drei Jahrzehnten noch als „Ökospinnerei“ abgetan wurde, gehöre mittlerweile zum etablierten Handeln von Politik. Selbst die Wirtschaft habe viele Lösungsansätze für eine nachhaltige Entwicklung aufgegriffen und daraus Geschäftsmodelle wie das carsharing entwickelt. Der Weg von rein technologisch getriebenen zu sozialen Innovationen hin zu einer wirklich nachhaltigen Ökonomie sei zwar noch längst nicht abgeschlossen, aber zumindest ein Stück weit auf den Weg gebracht. Das Ziel, den Ressourcen- und Naturverbrauch zu reduzieren und damit den Klimawandel zu stoppen, sei allerdings noch sehr weit entfernt. „Die Antwort auf die Frage, wie die Ökonomie wieder nachhaltig in die Gesellschaft und diese wiederum in die natürlichen Lebensgrundlagen eingebettet werden kann, stehe noch aus. Diese Aufgabe der Reintegration unserer Wirtschaft ist notwendig, um die Übernutzung unserer natürlichen Lebensgrundlagen zu verhindern.
Die Politik habe dazu beigetragen, Themen wie das Waldsterben, das Ozonloch oder die Energiewende aktiv anzugehen, noch sei aber die Lobby der Großindustrie sehr stark und die Gestaltung zur Nachhaltigkeit verbesserungswürdig. Von der Politik erwartet Loske, dass diese Rahmenbedingungen vorgibt, die eine weitere positive Entwicklung möglich mache.