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12.05.2016 09:01

Energieforschung für die nächsten Jahrzehnte. MPI-Wissenschaftler war Gast beim Unternehmertreff


Alle reden von Energiewende. Diesem Thema mit Haut und Haaren verschrieben hat sich auch Prof. Dr. Frank Neese, Direktor der Abteilung für „Molekulare Theorie und Spektroskopie“ des Max Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr.

Lediglich einige Schritte vom Berg hinunter musste er gehen, um die Gäste des 179. Unternehmertreffs des Netzwerk ZENIT e.V. am Dienstag auf eine Reise in die Grundlagenforschung zum Thema Energiegewinnung mitzunehmen. Rund 180 Mitarbeiter aus 20 Nationen beschäftigen sich dort auch mit der Speicherung und dem Transport von Energie. „Der beste Chemiker ist die Natur selbst und wenn man erst wüsste, wie das alles funktioniert, wäre das Problem gelöst“, weiß Neese und setzt alles daran, diese hoch komplizierten Prozesse zu erfassen. „Die Sonne strahlt in jeder einzelnen Stunde genug Energie auf die Erde, um den globalen Energiebedarf für ein gesamtes Jahr zu decken. Die Herausforderung besteht darin, die zugrunde liegende Chemie in effizienter Form und im globalen Maßstab zu implementieren.“

Ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg sei das Verständnis der Photosynthese, also der natürlichen Erzeugung von energiereichen Stoffen aus energieärmeren Stoffen mithilfe von Lichtenergie. Noch sei man allerdings etliche Schritte davon entfernt, die grundlegenden energiegewinnenden chemischen Reaktionen im Detail zu verstehen. Eine zentrale Rolle dabei werde das Thema „Katalysatoren“ spielen, also jenen Stoffen, die einzelne Reaktionen erst ermöglichen, ohne dass sie selbst bei der Reaktion verbraucht werden. „Wir setzen alles daran, die grundlegenden chemischen Prozesse der Energieumwandlung zu erforschen, um somit zur Entwicklung neuer und leistungsfähiger Katalysatoren beizutragen.“ Dass dafür Hochleistungsrechner und die richtige Simulationssoftware eine besondere Bedeutung haben, liege in der Natur der Sache. Mit der Entwicklung von „ORCA“ sei es dem Institut gelungen, revolutionäre Quantensprünge in der chemischen Forschung zu machen, das wissenschaftliche Rechnen und Programmieren zu professionalisieren. Rund 10.000 akademische Nutzer gebe es dafür mittlerweile weltweit und die Nachfrage habe dazu beigetragen, daraus eine eigene Firma zu machen. Diese soll im Juli starten und jährliche Lizenzen an die Industrie vergeben.



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